Mundartkabarett

Volkskabarett Neue Museumsgesellschaft gastierte im Kurhaus


Am Freitag, den 11. März 2005 war es wieder einmal so weit, im Kurhaus gab es Schwäbisches Kabarett vom Feinsten. Der Heimat- und Geschichtsverein hatte eingeladen und das Ensemble der Neuen Museumsgesellschaft entführte sein Publikum in „Fleischles Welt“. „Für alle Besucher, die von jenseits der Mainlinie kommen, gibt es das Entrittsgeld zurück, wenn sie am Ende nichts verstanden haben“, witzelte der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Karl-Heinz Bertsch bei seiner Begrüßung.




Seit 25 Jahren gibt es die von Volker Körner gegründete Neue Museumsgesellschaft, ein Volkskabarett im besten Sinne. Mit Witz und hintergründigem Humor nehmen sie ihre Landsleute und deren Eigenarten auf die Schippe. Doch stellt der Beobachter fest, die leisen Töne haben zugenommen. Wenn Berta Fleischle singt: „Immer steht ebber neba mir“ und sie vergeblich versucht sich selbst zu finden, kehrt sogar so etwas wie Besinnlichkeit ein. Woran liegt’s? Vielleicht sind sie in die Jahre gekommen, die Fleischles. Doch kommen auch die auf ihre Kosten, die gerne auf Kosten anderer lachen, wenn Berta und Erich im Supermarkt auf Schnäppchenjagd gehen oder beim Jahrgangstreffen die Altersgenossen in bekannt derber Art durch den seelischen Kakao ziehen.




Nach wie vor gehen die Kabarettisten, übrigens alle drei kommen aus pädagogischen Berufen, auch an die Grenze des noch Erträglichen, wenn sie im Restaurant das große Fressen zelebrieren, die „Nierle saicheln“ und Erich seiner Berta empfiehlt noch eine Bratwurst zu essen, weil der Mann der Tischnachbarin daran erstickt ist.




Ganz in ihrem Element fühlte sich so manche Hausfrau, als die drei Ulknudeln dem Attribut schwäbischer Häuslichkeit, der Kittelschürze, eine eigene Modenschau widmeten, darunter auch ein Modell Pforzheim. Schließlich ist es ja so, dass „ ’n Kittelschurz obacha schont was sich dronter z’ schona lohnt“, hieß es im Lied vom Kittelschurz. Schade nur, dass Baderinnen auch Kittelschürzen tragen dürfen, stellte Berta Fleischle bedauernd fest.


Für den kräftigen Applaus bedankten sich die Kabarettisten mit drei Zugaben.



Bericht und Bilder: Friedrich Eschwey


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